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07. Jan. 2018 ... Schnee-Chaos in den Alpen: Bayrischer Landkreis ruft Katastrophenfall aus

Die verschneite Untertalstraße in Österreich ist wegen Lawinengefahrt gesperrt. Aufgrund starker Schneefälle kam es zu Verkehrsbehinderungen und Straßensperrungen in Österreich.
Die verschneite Untertalstraße in Österreich ist wegen Lawinengefahrt gesperrt. Aufgrund starker Schneefälle kam es zu Verkehrsbehinderungen und Straßensperrungen in Österreich. Quelle: dpa/Expa/Martin Huber/APA
 
München/Wien - Der Winter hat weite Teile Bayerns weiter fest im Griff. Noch immer gibt es Behinderungen auf den Straßen und beim Bahnverkehr, obwohl der Schneefall in der Nacht zum Montag etwas abflaute. Hinzu kommen Straßensperrungen wegen Lawinengefahr. Überall in den deutschen Alpen herrscht die zweithöchste Lawinenwarnstufe. Für die nächsten Tage sind weitere Schneefälle angekündigt.

Im Laufe des Montags seien etwa im Landkreis Berchtesgadener Land bis zu 20 Zentimeter, im Allgäu bis zu fünf Zentimeter Neuschnee möglich, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes in der Nacht. Er warnte vor Lawinen und Schneebrüchen wie herabbrechenden Ästen.

  

Katastrophenfall in Oberbayern

Nun hat sich die Situation im oberbayrischen Landkreis Miesbach so zugespitzt, dass das Landratsamt den Katastrophenfall ausgerufen hat. Auf der Website des Landkreises heißt es: „Landrat Wolfgang Rzehak stellte um 11.25 Uhr den Katastrophenfall für den Landkreis Miesbach fest. Grund ist der anhaltende Schneefall und die damit einhergehende Beeinträchtigung des öffentlichen Lebens.“

Die Schulen im Landkreis bleiben bis einschließlich Freitag, den 11.1. geschlossen.

 

Skigebiet in Österreich wird vollständig evakuiert

Am Montagmittag soll mit der vollständigen Räumung des Skigebietes Hochkar in Österreich begonnen werden. Bürgermeister Friedrich Fahrnberger äußerte sich laut nön.at wie folgt zu der Extremsituation: „Wir müssen alle Leute vom Berg herunterbringen, sowohl die Gäste als auch die Bediensteten. Das hat es meines Wissens in der Geschichte des Hochkars noch nie gegeben.“

Sechs Menschen bereits gestorben

Im oberbayerischen Wackersberg bei Bad Tölz wurde ein 44 Jahre alter Skitourengänger von herabfallenden Ästen erschlagen. Der Mann sei von einer Baumkrone getroffen worden, die unter der Schneelast abgebrochen sei, hieß es in der Nacht zum Montag von der Polizei. Der Mann war demnach sofort tot. Er war nach Polizeiangaben alleine unterwegs. Nachfolgende Tourengänger fanden ihn und alarmierten die Einsatzkräfte.

In Österreich wurden am Wochenende zwei deutsche Skifahrer von Lawinen getötet. Beide starben am Sonntag in Vorarlberg. In dem westlichen Bundesland herrschte wie in weiten Teilen der österreichischen Alpen nach heftigen Schneefällen große Lawinengefahr.

Trotzdem wagte sich in Schoppernau ein 26-Jähriger aus dem bayerischen Landkreis Dachau in den Tiefschnee abseits der gesicherten Pisten und wurde von einer Lawine verschüttet. Seine 25-jährige Begleiterin konnte den Mann sofort lokalisieren, weil seine Beine aus dem Schnee ragten. Mit Hilfe von Bergrettern grub sie ihn aus. Er konnte jedoch nicht mehr wiederbelebt werden. Der Skifahrer starb, obwohl er mit einem Lawinen-Airbag ausgestattet war.

Bei einem zweiten Lawinenunglück starb ein 32-Jähriger aus der Nähe von Heilbronn. Er war am Nachmittag mit einer 25-jährigen Skifahrerin im Gebiet von Damüls unterwegs, als er bis zum Hals verschüttet wurde. Die zwei Wintersportler trugen ebenfalls Lawinen-Notfallausrüstung. Doch bevor der Mann gerettet werden konnte, ging weiterer Schnee über ihn nieder und begrub ihn vollständig.

Auch im Berchtesgadener Land am Teisenberg starb eine junge Frau in den Schneemassen. In Lenggries hingegen konnte ein 31-Jähriger lebend gerettet werden. Er wurde nach Polizeiangaben am Sonntagmittag am Brauneck von einer Lawine mitgerissen.

Schnee-Chaos: Keine Besserung in Sicht

Spannend bleibt, wie es in den nächsten Tagen mit dem Wetter weitergeht. Die Meteorologen erwarten, dass es nördlich der Donau meist regnerisch-nass bleibt, während es in Richtung Alpen auch in den kommenden Tagen immer wieder Schnee geben wird. Denn das nächste Tief steht schon in den Startlöchern.

Auch in Österreich kommt es zu zahlreichen Behinderungen durch die Neuschneemengen. Zahlreiche Straßen sind gesperrt, einige Regionen in Ober- und Niederösterreich waren ohne Strom – tausende Haushalte sind betroffen. Noch immer sind Wetterwarnungen für den ganzen Westen Österreichs aufrecht.

Schneefrei in Bayern

Freuen dürften sich hingegen Schulkinder im Süden Bayerns: In mehreren Landkreisen sowie in Lindau fällt am Montag an vielen Schulen der Unterricht aus. Behörden, Feuerwehr und Hilfskräfte dürften im Laufe des Tages vor allem versuchen, den Betrieb des öffentlichen Nah- und Regionalverkehrs wieder auf die Beine zu stellen. Wegen Bäumen, die unter der Schneelast auf die Oberleitungen gefallen waren, war es am Wochenende zu zahlreichen Ausfällen und Sperrungen gekommen.

Von RND/dpa


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